Schule Im Birch
Im Züricher Stadtteil Oerlikon wird seit den 1990er Jahren ein vormals industriell genutztes Areal zu einem neuen Stadtteil für ca. 5.000 Einwohnern und 12.000 Arbeitsplätze entwickelt („Zürich-Nord“). Das Schulhaus im Birch wurde 2004 am nördlichen Rand des Areals fertig gestellt; es gilt gegenwärtig als größte Schulanlage im Züricher Stadtgebiet.
Pädagogik
In dem für Schweizer Verhältnisse sehr großen Schulkomplex sind ein Kindergarten, eine Primar-, eine Sekundarschule sowie ein Hort untergebracht. Dort lernen ca. 600 Kinder und Jugendliche. Die Einrichtungen haben eine gemeinsame Leitung, sind aber teilautonome Organisationseinheiten innerhalb der Schulhausgemeinschaft. Die pädagogischen Zielsetzungen entwickeln die jeweiligen Pädagogenteams eigenständig, tauschen sich jedoch mit den anderen Teams darüber aus.
Die Oberstufe ist in Clustern organisiert: niveaudurchmischte Lernteams aus ca. 40 Schülerinnen und Schülern, die jeweils von zwei Lehrerinnen bzw. Lehrern betreut werden. Innerhalb eines allgemeinen Zielrahmens können die Schülerinnen und Schüler ihren Lernrhythmus selbst bestimmen. Der Stundentakt mit „Pausenglocke“ ist weitgehend aufgehoben und durch größere Zeiteinheiten ersetzt. Lerneinheiten bestehen in der Regel aus kurzen instruktiven Inputs und längeren selbstorganisierten Lernphasen. Die Lehrerinnen und Lehrer lassen die klassische „belehrende“ Rolle hinter sich und fungieren als Coachs der jeweiligen Lernteams.
Architektur
Das aus zwei kubischen Gebäudeabschnitten bestehende Ensemble ist unmittelbar am neuen Stadtteilpark gelegen. Der südliche Teil beherbergt den Kindergarten, die Sekundarschule und die Mannschaftssportklassen; im nördlichen Teil sind Primarstufe, Mensa, Singsaal und die Bibliothek untergebracht. Hier schließt auch die Dreifachsporthalle an.
Das viergeschossige Gebäude weist je nach Nutzung unterschiedliche Geschosshöhen auf. In den oberen Geschossen sind die clusterartigen Raumgruppen angeordnet, die aus jeweils zwei bis vier Klassenräumen, ein bis zwei Gruppenräumen und einem gemeinsamen Vorraum bestehen. Sie formieren eigenständige Bereiche, gewissermaßen „Kleinschulen“ innerhalb der großen Schule.
Prägendes Element der Fassadengestaltung sind regelhaft angeordnete Beton-Lisenen (leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand), die bei allen Fassaden des Gebäudes – auch der Turnhalle – Verwendung finden und so die unterschiedlichen Gebäudeteile gestalterisch miteinander verbinden.
Steckbrief
| Bildungseinrichtung | Schule im Birch |
| Adresse | Margit-Rainer-Straße 5 8050 Zürich/Oerlikon Schweiz |
| Bildungsform | Kindergarten, Primar- und Sekundarschule, Hort |
| Träger / Bauherr | Stadt Zürich |
| Architektur / Gestaltung | Peter Märkli, Architekt Zürich mit Gody Kühnis, Trübbach |
| Anzahl der Nutzer/innen | 780 |
| Alter der Nutzer/innen | Primar (5-12 Jahre) Sek I + II (10-20 Jahre) |
| Pädagogenzahl | 70 |
| Pädagogendetails | 60 Schule, 10 Hort |
| Anzahl weiterer Mitarbeiter | 3 |
| Details weiterer Mitarbeiter | Hausmeister |
| Baufertigstellung | 2004 |
| Bauzeit | 2 Jahre |
| Planungsbeginn | 2002 |
| Bruttorauminhalt | 104.946,00 m³ |
| Gesamtnutzfläche | 19.854,00 m² |
| Herstellungskosten | 2.682,00 CHF/m² |
| Leitung | Regina Haller |
| Webseiten |
Schule Im Birch
Aula
Im Erdgeschoss des Gebäudes der Primarstufe befindet sich der Aufführungsraum (Aula), der mit der angrenzenden Mensa zu einem großen Veranstaltungssaal kombiniert werden kann. Die große Bühne, eine hochwertige Ausstattung mit Parkettboden und Holzvertäfelungen und eine gute Raumakustik geben dem Raum eine professionelle und wertschätzende Atmosphäre.
Schule Im Birch
Cluster
Die Cluster der Oberstufe bestehen aus jeweils drei Räumen, die über eine gemeinsame Zone miteinander verknüpft sind. Dieser ursprünglich nur als Verkehrsfläche vorgesehene Bereich dient im Rahmen des neuen pädagogischen Konzepts als gemeinsamer Arbeitsraum, in dem alle ihren festen Arbeitsplatz haben. Die drei ursprünglichen „Klassenräume“ - über verglaste Wände jederzeit vollständig einsehbar - dienen jetzt als Kurs- und Gruppenräume für den Fachunterricht und das individuelle Arbeiten während des Offenen Unterrichts. Sie sind nach akustischen Kriterien differenziert (Schweige-, Flüster-, bzw. Dialogzone).
Hier ist der seltene Fall eingetreten, dass eine „intelligente“ Architektur unbeabsichtigt eine neue zeitgemäße Form der pädagogischen Arbeit geradezu provoziert hat. Die jetzt entwickelte Raumnutzung entspricht in idealer Weise dem pädagogischen Konzept einer systematischer Variation der Sozialformen in einem modernen Unterricht: individuelle Arbeit, Tandems, Kleingruppen und Austausch in der Großgruppe können ohne Reibungsverluste jederzeit situationsgemäß, flexibel und mit ausreichenden räumlichen Spielräumen gewechselt werden.
Schule Im Birch
Mensa
Die Mensa ist im Erdgeschoss des nördlichen Gebäudeteils untergebracht, in der Nähe des dort liegenden Haupteingangs. Sie ist für alle Nutzerinnen und Nutzer der Schule gut erreichbar. Glas und Holz sind die bestimmenden Materialien und geben dem Raum eine offene und warme Atmosphäre. Oberhalb der Essensausgabe ist eine Galerie angeordnet, die als Freizeit- und Aufenthaltsbereich fungiert und zur zentralen Bibliothek des Schulhauses führt.























































































