Pauline-Thoma-Mittelschule

Mensa

Die Entscheidung, künftig als Ganztagsschule zu firmieren, fiel zu einem Zeitpunkt, zu dem die Planungen für das neue Gebäude bereits sehr weit fortgeschritten waren. Die nachträgliche Planung einer üblicherweise vorgesehenen Mensa drohte den weiteren Planungs- und Baufortschritt erheblich zu verzögern.

Aus dieser Not entwickelte sich eine echte Tugend: Die Hauptschule entschied sich für ein dezentrales Konzept und ließ die Gruppenräume der Ganztagsschulklassen mit Küchenzeilen und Geschirrspüler ausstatten. Das Essen wird zumeist von einem Catering-Unternehmen angeliefert und auf die Räume verteilt; einmal pro Woche jedoch kochen Schüler im Rahmen des Hauswirtschaftsunterrichts in der regulären Schulküche für ihre eigene Klasse. Die Schüler selbst sind in ihrer Klasse täglich für den gesamten Rahmenablauf zuständig: Aufdecken, Spülen, Putzen. Der pädagogische Mehrwert ist im Wortsinn „unbezahlbar“:

  • Lebenspraktische Erfahrung (wirklich Kochen und Putzen lernen!), Entwicklung einer Esskultur mit festen Ritualen (die in vielen Schulmensen sonst gerade endgültig zerstört wird: Hektik, Lärm, herumliegende Essensreste, Verantwortungsdiffusion etc.)
  • Während der gesamten Unterrichtszeit hat jede Klasse selbst in unmittelbarer Nachbarschaft immer einen eigenen Differenzierungsraum zur Verfügung. Sichtverbindungen ließen sich ggf. nachrüsten.
  • Bau- und Betriebskosten (einschließlich Aufsicht) für eine solche dezentrale Mensalösung in Kombination mit den ohnehin vorzusehenden Differenzierungsräumen sind dadurch minimiert worden.
  • Vor allem anderen aber: Der Klassenlehrer, dem die Aufsicht wie eine Schulstunde im Deputat angerechnet wird, hat wirklich Zeit und Raum, mit seinen Schülern persönlich zu sprechen.

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG