Pauline-Thoma-Mittelschule
Steckbrief
| Bildungseinrichtung | Pauline-Thoma-Mittelschule Kolbermoor |
| Adresse | Dr.-Max-Hofmann-Straße 7 83059 Kolbermoor Deutschland |
| Bildungsform | Staatl. Mittelschule |
| Träger / Bauherr | Stadt Kolbermoor (Sachaufwand) |
| Architektur / Gestaltung | AV1 Architekten, 67655 Kaiserslautern |
| Anzahl der Nutzer/innen | 520 |
| Alter der Nutzer/innen | Sek I + II (10-20 Jahre) |
| Pädagogenzahl | 50 |
| Anzahl weiterer Mitarbeiter | 30 |
| Baufertigstellung | 2004 |
| Details Bauzeit | Spatenstich Februar 2003 |
| Bruttorauminhalt | 33.547,00 m³ |
| Details Bruttorauminhalt | Sporthalle 19.301 m³ |
| Gesamtnutzfläche | 7.394,10 m² |
| Details Gesamtnutzfläche | Sporthalle 2.680 m² |
| Herstellungskosten | 9.720.000,00 € |
| Details Herstellungskosten | Sporthalle 4.355.400,00 € |
| Einrichtungskosten | 65.000,00 € |
| Details Einrichtungskosten | Sporthalle 338.000,00 € |
| Kosten der Außenanlagen | 1.670.000,00 € |
| Leitung | Friedrich Sparrer, Rektor |
| Webseiten |
Im Jahr 2004 wurde für die Hauptschule der bayrischen Kleinstadt Kolbermoor ein neues Schulgebäude errichtet, nachdem das bisherige Schulgebäude für eine Fortführung des pädagogischen Betriebs nicht mehr geeignet war. Mit dem Neubau wechselte die Schule auch ihren Standort innerhalb des Stadtgebiets. Das Umfeld des neuen Gebäudes ist bislang noch sehr heterogen; es soll sich jedoch – gerade mit dem Bau der Schule – zu einem wichtigen öffentlichen Teilraum Kolbermoors entwickeln. Schulleitung, Lehrer- und Elternschaft waren in die Planung des Neubaus einbezogen.
Die Hauptschule ist als Ganztagsschule konzipiert. Die erfolgreiche Arbeit und der anhaltend große Bedarf nach Ganztagsplätzen haben dazu geführt, dass das neue Schulgebäude bereits nach wenigen Jahren erweitert wurde, um dem gestiegenen Raumbedarf Rechnung zu tragen.
Pädagogik
Die Pauline-Thoma-Schule profiliert sich als eine selbstbewusste Hauptschule auf dem Weg zum neuen bayrischen Schultyp der „Mittelschule“. Sie besitzt seit mehreren Jahren einen Ganztagsschulzweig mit einer dezentralen Form der Mittagsverpflegung, den Mittlere-Reife-Zug sowie eine so genannte Praxisklasse für jene Schüler, die vor dem letzten oder vorletzten Schulbesuchsjahr stehen und kaum Aussicht haben, in der Regelklasse einen erfolgreichen Hauptschulabschluss zu erreichen.
Derzeit besuchen mehr als 500 Schüler die Hauptschule; die achten und neunten Klassen sind mindestens dreizügig. In der achten Jahrgangsstufe gibt es gegenwärtig drei Regelklassen sowie je eine Ganztags- und Mittlere-Reife-Klasse.
Die Pauline-Thoma-Schule versteht sich dezidiert als „Schule für Kolbermoor“, ermöglicht beispielsweise die Nutzung der Sporthalle durch örtliche Vereine oder stellt die Aula des Gebäudes für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Im Gegenzug versucht sie die sozialen und kulturellen Ressourcen der Stadt (Vereine, Initiativen) für die Arbeit an und in der Schule zu mobilisieren.
Architektur
Das zweigeschossige, kammartige Gebäude mit den nach Westen orientierten Pausenhöfen betritt man über das Foyer und die ebenfalls zweigeschossige Aula, an die sich einer der Pausenhöfe anschließt. Der Haupttrakt ist durch einen großzügigen, abwechslungsreich gegliederten und Licht durchflutenden Flur erschlossen; über diesen zentralen Erschließungsbereich gelangt man in die verschiedenen Seitentrakte des Gebäudes.
Im Erdgeschoss des Haupttrakts befinden sich die Verwaltungsräume, der Lehrerbereich und einige Fachräume; Klassenräume sind überwiegend im Obergeschoss angeordnet. Große Schiebefenster in den Klassenräumen sorgen für viel Tageslicht und frische Luft. Den nach Osten orientierten Klassenräumen ist zudem ein Terrassenbereich vorgelagert, den die Schüler zum Aufenthalt im Freien nutzen können. Die farbliche Gestaltung der Innenräume ist weitgehend neutral und lässt dem Gestaltungswillen der Nutzer sehr viel Raum.
Für das äußere Erscheinungsbild charakteristisch ist die große Transparenz: sogar im Erdgeschoss sind die Unterrichts- und Verwaltungsräume nach außen raumhoch verglast. Das Selbstverständnis einer öffentlichen Schule wird auf diese Weise auch für die Passanten außerhalb des Gebäudes unmittelbar erfahrbar. Anfängliche Bedenken hinsichtlich einer möglichen Ablenkung der Schüler haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: nach innen wirkt die offene Gestaltung disziplinierend, nach außen signalisiert sie den Bürgern der Stadt, dass die Schule „ihre“ Schule ist. Der deutliche Imagewandel, den die Hauptschule nach ihrem Umzug in das neue Gebäude erfährt, hat viele Ursachen: der Mut zu radikaler Öffentlichkeit, wie er auch in der Architektur zum Ausdruck kommt, gehört sicherlich dazu.















