Kita Taka-Tuka-Land
Die Kindertagesstätte ist im Berliner Stadtteil Spandau-Hakenfelde gelegen, unmittelbar an der Uferpromenade des Nordhafens Spandau. Das Gebäude wurde seinerzeit als Provisorium errichtet, soll aber als wichtige soziale Institution dauerhaft erhalten werden. Vorgesehen war zunächst lediglich die Sanierung der Gebäudesubstanz, entstanden ist jedoch eine nach den Vorstellungen der Kinder gestaltete kleine Welt.
Pädagogik
Die Kita wird von Kindern mit und ohne Behinderungen und Kindern unterschiedlicher Nationalitäten besucht; Bildung, Erziehung und Betreuung erfolgen in gemeinsamen Gruppen. Die anregenden Räume der Kita und das weitläufige Außengelände ermöglichen eine Vielzahl von Angeboten, so dass ein leichter Wechsel zwischen Bewegung und Rückzug, individuellen und kooperativen Spielformen zum Kita-Alltag gehört. Bewegungserziehung und projektorientiertes Arbeiten zählen zu den Besonderheiten des pädagogischen Konzepts.
Architektur
Das alte Barackengebäude wurde nach den Vorstellungen der Kinder und unter Bezugnahme auf die Geschichte vom „Taka-Tuka-Land“ als alte Eiche, in deren Inneren Limonade fließt, neu interpretiert. Die vorhandene Raumaufteilung ist zu Gunsten von gruppenübergreifenden kommunikativen Räumen verändert worden. Dort sind neue Nutzungsbereiche für ein breites Spektrum an Aktivitäten entstanden, in denen diese neue „Geschichte“ des Gebäudes gestalterisch in spezifische Atmosphären übersetzt wurde. Die Gruppenräume wurden ebenfalls renoviert, blieben in ihrer Gestaltung jedoch weitgehend neutral.
Steckbrief
| Bildungseinrichtung | Kindertagesstätte Taka-Tuka-Land |
| Adresse | Hohenzollernring 93 13587 Berlin Deutschland |
| Bildungsform | Kindertagesstätte |
| Träger / Bauherr | Orte für Kinder |
| Architektur / Gestaltung | "Die Baupiloten" der TU Berlin (Nikolaus Haller, Daniel Hülseweg, Annika Köster, Christian Necker, Katrin Zietz, Katja Zimmerling) unter der Leitung von Susanne Hofmann, AA Dipl. |
| Anzahl der Nutzer/innen | 75 |
| Alter der Nutzer/innen | Elementar (0-6 Jahre) |
| Pädagogenzahl | 10 |
| Anzahl weiterer Mitarbeiter | 1 |
| Baufertigstellung | 03.2007 |
| Bauzeit | 8 Monate |
| Planungsbeginn | 2005 |
| Bruttorauminhalt | 1.526,00 m³ |
| Gesamtnutzfläche | 545,00 m² |
| Herstellungskosten | 115.000,00 € |
| Leitung | Frau Fahrentholz |
| Webseiten |
www.ortefuerkinder.de/kita-taka-tuka-land-berlin-spandau.html |
Kita Taka-Tuka-Land
Eingangsbereich
Neben dem Haupteingang, direkt vor einem Fenster, ist ein kleines Klettergerät an die Fassade angebracht. Dies ist für Kinder ein beliebter Ort, um im Freien auf die abholenden Eltern zu warten.
Kita Taka-Tuka-Land
Flur Empfang
Der zentrale Erschließungsbereich ist ausgestattet mit der „Limonadengalerie“, einer Informations- und Präsentationsfläche, die in Augenhöhe der Kinder angebracht ist und mit Bildern, Zeichnungen oder Materialien über das Geschehen in der Kita und im Stadtteil informiert. Kinder können dort anderen Kindern oder auch den Eltern eigene Dinge aus ihrem Alltag präsentieren.
Für Informationen, die sich ausschließlich an Eltern richten, wurde ein zusätzlicher Bereich in Augenhöhe der Erwachsenen eingerichtet.
Kita Taka-Tuka-Land
Flur Garderobe
In den textilen Garderoben, die sich im Flur und in weiteren Bereichen der Kita befinden, hat jedes Kind einen festen Ort zur Aufbewahrung seiner Kleidung, Schuhe oder anderer Dinge. Die Reihe der „Limonadentropfen“ wird unterbrochen durch integrierte Sitzsäcke, die als Rückzugsnischen oder einfach nur zum Anziehen der Schuhe dienen.
Kita Taka-Tuka-Land
Multifunktionsraum
Der große Multifunktionsraum ist mit verschiedenen Zonen für Toben und Verstecken ausgestattet und dient als zentraler Versammlungsraum für die Kita. Er ist über einen eigens geschaffenen Durchbruch in der Außenwand und ein Klettergerät mit dem Außengelände verbunden. Dies ermöglicht einen schnellen, ungewöhnlichen Wechsel zwischen Innen und Außen und bietet einen wettergeschützten Zwischenraum für unterschiedlichste Nutzungen.
Kita Taka-Tuka-Land
Prozess
Das “Taka-Tuka-Land” aus dem gleichnamigen Buch von Astrid Lindgren gab der Kindertagesstätte nicht nur ihren Namen, es wurde zu Architektur. Die Kinder malten auf Anregung der Baupiloten mit ihren Erzieherinnen Bilder und bastelten Modelle von ihren Vorstellungen des Taka-Tuka-Lands. Ihre Ideen von klingenden Brücken, Hütten, Blütenkarussell oder Muschelthron vermittelten den Baupiloten einen Eindruck von der räumlichen Atmosphäre, die sich die Kinder für ihre Kita wünschten.
Anhand von Modellen und Collagen stellten anschließend die Studierenden den Kindern und Erzieherinnen Ideen zur Architektur und deren atmosphärischer Wirkung vor. So hatten die Nutzer direkten Anteil am Entstehen ihrer baulichen Umwelt. Detaillierte Beobachtungen des Tagesablaufs und der Spiel- und Kommunikationsgewohnheiten der Kinder waren für die Architektengruppe eine weitere Basis für den Entwurf.
Kita Taka-Tuka-Land
Wartezone
Ein Podest in Verbindung mit einem großformatigen Panorama-Fenster bietet insbesondere den kleineren Kinder die Möglichkeit, das Ankommen der anderen Kinder zu beobachten und den Eltern beim morgendlichen Verabschieden noch einmal zuzuwinken. Mit seinen unterschiedlichen Niveaus differenziert es den Innenraum und bietet den Kindern Gelegenheit zum Sitzen, Liegen, Hüpfen oder Klettern.











































