GS Lehrer-Wirth-Str. mit Außenstelle Helsinkistr.

Steckbrief

Bildungseinrichtung Grundschule an der Helsinkistraße (Außenstelle der Grundschule an der Lehrer-Wirth-Straße)
Adresse Helsinkistraße 55
81829 München
Deutschland
Bildungsform Grundschule mit Tagesheim und Ganztagsklassen
Träger / Bauherr Träger: Stadt MünchenBauherr: Landeshauptstadt München vertreten durch Maßnahmeträger München Riem GmbH
Architektur / Gestaltung Fink + Jocher Architekten München
Anzahl der Nutzer/innen 249
Alter der Nutzer/innen Primar (5-12 Jahre)
Pädagogenzahl 8
Pädagogendetails 8 Lehrkräfte, eine Seminarleitern, 1 Konrektorin
Anzahl weiterer Mitarbeiter 12
Details weiterer Mitarbeiter 10 Erzieher in: Tagesheim und Mittagsbetreuung
1 Erzieherin im Ganztag, 1 Küchenkraft
Baufertigstellung 07.2009
Details Baufertigstellung Inbetriebnahme 09/2009
Bauzeit 12 Monate
Details Bauzeit August 2008 - Juli 2009
Bruttorauminhalt 14.007,98 m³
Gesamtnutzfläche 2.019,29 m²
Details Gesamtnutzfläche netto: 2853,48 m²
Verkehrsflächen: 770,71m²
Herstellungskosten 6.000.000,00 €
Einrichtungskosten 480.000,00 €
Kosten der Außenanlagen 860.000,00 €
Leitung Frau Schäfer

Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Grundschulklassen war ein zusätzliches Schulgebäude in dem neu entwickelten Stadtteil München-Riem erforderlich. Die neue 2-zügige Grundschule mit integrierter Grünwerkstatt befindet sich am südwestlichen Rand­­­­­ des Stadtteils im Übergang zum Riemer Park, eingebettet zwischen einer 1997 gebauten Grund- und Hauptschule und einer Kinder- und Jugendfreizeitstätte.

Da im Bebauungsplan ursprünglich kein weiteres Gebiet für Grundschulen ausgewiesen war, musste eine neue, geeignete Baufläche gefunden werden. Die Wahl fiel auf ein Grundstück am Rande des Bebauungsgebietes angrenzend an den Landschaftspark, auf dem nach der Schließung des alten Flughafens zunächst eine Grünwerkstatt und ein Biergarten vorgesehen waren. Gemeinsam mit den Anwohnern entwickelten die Architekten mehrere Varianten zu möglichen Volumina des Gebäudes, um vor allem den freien Blick auf die Silhouette der Alpen erhalten zu können. Entstanden ist ein Gebäude, dass die pädagogischen Möglichkeiten einer eingeschossigen Schule, die allen Lerngruppen einen unmittelbaren Außenzugang ermöglicht und Stress fördernde Verdichtungen auf Verkehrswegen und in Treppenhäusern vermeidet, hervorragend umsetzt.

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Fotograf: Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Pädagogik

Die Schule ist als kleine überschaubare zweizügige Grundschule ausgelegt, die vier Tagesheimgruppen beherbergt. Pädagogisch ist sie eingebunden in das Grundschulkonzept der Landeshauptstadt München und beherbergt seit dem laufenden Schuljahr 2010/2011 eine Ganztagsklasse. Organisatorisch bildet sie eine Dependance der nahegelegenen Grundschule Lehrer-Wirth-Straße, mit einer gemeinsamen Schulleitung, die ihren Hauptsitz an der Grundschule Lehrer-Wirth-Straße hat. Pädagogische Strukturen, die das räumliche Konzept der erst 2010 eröffneten Schule aufnehmen, werden sich mit der Nutzung entwickeln. Besondere Chancen ergeben sich aus:

  • der Anordnung von je vier Klassenräumen um eine große gemeinsame „Diele“
  • der  Öffnung der Schule zum nahegelegenen Park
  • der Einbeziehung des Schulgartens und der Freiraumklasse in die Unterrichtsvorhaben
  • einer Kooperation mit den angrenzenden anderen pädagogischen Einrichtungen
  • der Nutzung der Kompetenz der „Grünwerkstatt“, die im gleichen Gebäude residiert.

Architektur

Das Gebäude entspricht dem Typ der eingeschossigen Pavillon-Schule: Die Klassenräume mäandrieren um innen liegende, dielenartige Flurbereiche und außen liegende, patioartige Höfe und ermöglichen dadurch den unmittelbaren Kontakt zum Außenbereich. Auf der Südseite befinden sich die Klassen- und Tagesheimräume sowie die zugehörigen Pausenhöfe. Im Norden sind die Verwaltungs- und Nebenräume angeordnet. Einer der beiden nach Norden ausgerichteten Höfe markiert den Haupteingang des Gebäudes; der andere Hof fungiert als Klassenzimmer im Grünen bzw. als kleines Freilufttheater.

Da der Bedarf an Grundschulklassen in 15 bis 20 Jahren voraussichtlich sinken wird, wurde ein Tragsystem gewählt, das mit einem Minimum an Stützen auskommt und neben der Fassade keine weiteren tragenden Wände vorsieht. Alle Trennwände sind leichte Trockenbauwandkonstruktionen. Das gewählte Raster der Fassade ermöglicht in regelmäßigen Abständen Trennwandanschlüsse, so dass die Räume je nach künftigem Bedarf vergrößert bzw. verkleinert werden können. Diese Flexibilität ermöglicht es, auf veränderte pädagogische Konzepte und ihre räumlichen Anforderungen zu reagieren, und lässt auch eine spätere Umnutzung des Gebäudes zu, wenn die Schülerzahlen in diesem neuen Stadtteil mittel- oder langfristig wieder rückläufig sein sollten.

Neben dem eigenen Zuhause tragen Schulgebäude zu den wichtigsten räumlich-gestalterischen Erfahrungen von Kindern bei. Daher sind gelungene Proportionen und hohe Raumqualitäten wichtige Aspekte, die es bei Schulbauten umzusetzen gilt; ebenso sind Schulgebäude Zeugnisse der Wertschätzung von Bildung und Baukultur in der Gesellschaft. Diesen Anspruch löst die Grundschule Helsinkistraße ein: Es wurde ein Gebäude geschaffen, das durch seine qualitätvollen Innen- und Außenräume eine hohe Wertigkeit vermittelt und damit Wertschätzung gegenüber den Kindern und Lehrern zum Ausdruck bringt.

Orientierung

Für eine einfache Orientierung innerhalb des Gebäudes ist ein farbliches Gestaltungskonzept umgesetzt worden: Den drei Untereinheiten (zwei Grundschulzüge und das Tagesheim) ist jeweils eine Farbe zugeordnet, sodass sich die Gliederung des Gebäudes für Schüler, Eltern und Lehrer jederzeit gut ablesen lässt. Die Böden, Wände und Türen der jeweiligen Untereinheit sind in Abstufungen der betreffenden Grundfarbe gestaltet. Die Abfolge der einzelnen Bereiche erschließt sich Nutzern und Besuchern bereits beim Gang durch den zentralen, in Ost-West-Richtung verlaufenden Korridor durch die verschiedenfarbigen Bodenbeläge.

Sonderräume (Sekretariat, Schulleitung, WC etc.) sind über der jeweiligen Tür mit einer großen, weithin lesbaren Schrift gekennzeichnet. Der Schrifttyp ist die „Vereinfachte Ausgangsschrift“, ausgeführt mit den drei für Schreibanfänger üblichen Führungslinien – genauso, wie die Kinder der ersten Klasse die Schreibschrift erlernen. So sehen und „erleben“ die Kinder vom ersten Tag an „ihre“ Schrift in einer für sie selbst unmittelbar nützlichen Funktion – eine der besten Voraussetzungen dafür, eben diese Schrift sich einzuprägen.