Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Das ehemalige Mädchengymnasium – heute Geschwister-Scholl-Gesamtschule – wurde in den Jahren 1957 bis 1962 am südlichen Rand der Lünener Innenstadt errichtet. Der von Hans Scharoun entworfene Schulbau gilt heute als ein wichtiges Exempel für humane Schularchitektur, weil die Zonierung und Gestaltung des Gebäudes die verschiedenen Entwicklungsstufen eines Kindes zum Maßstab nimmt. Die räumliche Organisation legt viele seinerzeit neuen pädagogischen Prinzipien zu Grunde. Fünfzig Jahre nach seiner Errichtung und diversen Ein- und Umbauten wird das Gebäude gegenwärtig denkmalgerecht renoviert.
Pädagogik
Die fünfzügige integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe ist eine Ganztagsschule. Die Lehrerinnen und Lehrer versuchen in enger Zusammenarbeit mit den Eltern, jede Schülerin und jeden Schüler entsprechend ihren/seinen Fähigkeiten zu fördern und zu einem Schulabschluss zu führen.
In der Gesamtschule gibt es keine Erprobungsstufe, so dass alle Schülerinnen und
und Schüler in Klasse 7 überwechseln. Das Wiederholen einer Klasse ist bis Klasse 9 nur auf Antrag der Eltern möglich. Ab Klasse 7 werden die Schülerinnen und Schüler in einigen Fächern (z. B. Mathematik und Englisch) schrittweise in neue Lerngruppen eingeteilt und entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert. Der Klassenverband bleibt dabei bis zum Ende der Klasse 10 erhalten.
Architektur
Steckbrief
| Bildungseinrichtung | Geschwister-Scholl-Gesamtschule |
| Adresse | Holtgrevenstraße 2-6 44532 Lünen Deutschland |
| Bildungsform | Gesamtschule, ehemals Gymnasium bis 1986 |
| Träger / Bauherr | Stadt Lünen |
| Architektur / Gestaltung | Hans Scharoun († 1972) |
| Anzahl der Nutzer/innen | 1.000 |
| Alter der Nutzer/innen | Sek I + II (10-20 Jahre) |
| Pädagogenzahl | 80 |
| Anzahl weiterer Mitarbeiter | 4 |
| Baufertigstellung | 04.1962 |
| Bauzeit | 5 Jahre, 7 Monate |
| Planungsbeginn | 09.1956 |
| Bruttorauminhalt | 22.400,00 m³ |
| Leitung | Heinrich Behrens |
| Webseiten |
Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Architektur
Das von Hans Scharoun entworfene Schulgebäude gilt in vielerlei Hinsicht als beispielhafte Schularchitektur: Die Schülerinnen und Schüler lernen in Klassenwohnungen, bestehend aus drei unterschiedlichen Räumen und einem Freibereich; die Pausenhalle fungiert als differenziert gestalteter Ort der Begegnung mit vielseitig nutzbaren Teilbereichen; Fachräume sind als große, natürlich belichtete Lernateliers angelegt; alle Räume sind eingebettet in ein übergeordnetes Gestaltungskonzept, besitzen jedoch eine individuelle Gestalt. Mit solchen Merkmalen erfüllt dieses bereits historische Gebäude wesentliche Anforderungen moderner Lernumgebungen.
Das ursprüngliche Gebäude besteht aus einem zweigeschossigen Gebäuderiegel, der als Rückgrat des gesamten Ensembles fungiert. Daran schließen sich nach Süden zwei eingeschossige Klassentrakte und die Aula an. In den beiden Klassentrakten sind jeweils Unter- bzw. Mittelstufe untergebracht, während sich die Räume der Oberstufe in der oberen Etage des zweigeschossigen Gebäuderiegels befinden.
In den letzten Jahrzehnten sind wegen des wachsenden Raumbedarfs weitere Gebäude dazu gekommen: das ehemalige Stadthaus (heute „Gebäude II“),ein weiteres "Gebäude III" mit Klassenräumen und naturwissenschaftlichen Fachräumen, ein Pavillon und die Mensa.
Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Aula
Die Aula liegt unmittelbar hinter dem Haupteingang und ist deshalb bei außerschulischen Veranstaltungen auch von externen Besucherinnen und Besuchern leicht zu erreichen. Über eine Faltwand lässt sich die Aula um Teile der Pausenhalle erweitern. Der polygonale Raum mit der integrierten Bühne lässt nicht nur die Idee der Hierarchiefreiheit zwischen Akteuren und Zuschauern deutlich werden, sondern ist in seiner Grundkonzeption – auch mit dem bei Bedarf in die Eingangshalle erweiterten Aularaum – ein Vorgriff auf die von Scharoun später erbaute Philharmonie in Berlin.
Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Flurbereiche
Die Halle im Erdgeschoss des Gebäudes ist der zentrale öffentliche Raum der Schule; sie ist in mehrere Zonen unterteilt. Den größten Raum nimmt die eigentliche Pausenhalle ein: In den Randbereichen befinden sich Stufen mit integrierten Bänken und mehrere Wasserspender. Die Milchbar dient der Versorgung mit Snacks und Getränken. Die nach Süden orientierte Fassade ist großflächig Licht durchflutet und bietet einen Blick auf das Außengelände mit seinen Schulhöfen. An der gegenüberliegenden, nördlichen Seite der Halle erschließt eine leicht erhöhte Zone die Hörsäle für die älteren Jahrgänge. Die beiden Klassentrakte für Unter- und Mittelstufe erreicht man ebenfalls über die Pausenhalle.
In die Wände sind verschiedentlich Vitrinen eingelassen: Hier werden Schülerarbeiten ausgestellt oder die Geschichte der Schule präsentiert.
Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Klassenwohnungen
Die Klassenwohnungen bestehen in der Regel aus vier Räumen bzw. Raumnischen: einem Vorraum, dem Basisraum, einem kleineren Differenzierungsraum sowie einem klassenbezogenen Außenraum (Hof, Atrium oder Terrasse – je nach Altersstufe). Die jeweiligen Räume sind dank transparenter Tür- und Fensterelemente untereinander einsehbar. Der polygonale Klassenraum ermöglicht vielfältige Formen des Unterrichts. Eine besondere Qualität stellt der Außenraum dar, in dem Freiluftunterricht stattfinden kann.
Geschwister-Scholl-Gesamtschule
Lernateliers
Im zweigeschossigen Teil sind Hörsäle und Fachräume eingerichtet. Die großzügigen Lernateliers für den künstlerischen und naturwissenschaftlichen Unterricht bieten sehr gute Voraussetzungen, um den Erwerb und die Anwendung von Wissen in einer kreativitätsfördernden Umgebung möglichst unmittelbar miteinander zu verbinden.













































































