Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Die Evangelische Gesamtschule wurde in den 1990er Jahren im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck errichtet. Ihren Betrieb hat die Schule im Jahr 1998 aufgenommen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist seither beständig gewachsen. Der Bau der Gesamtschule – Träger ist die Evangelische Kirche von Westfalen – war eines der Schlüsselprojekte im Rahmen der Stadtteilerneuerung Bismarcks. Sie hat den Kindern neue Bildungsperspektiven geschaffen und ist mittlerweile zu einem Symbol für den sozialen Zusammenhalt des Stadtteils geworden.
Pädagogik
Die zurzeit fünfzügige Gesamtschule bietet den Erwerb aller gängigen Schulabschlüsse an. Sie sieht sich einem besonderen reformpädagogischen Ansatz verpflichtet, der im selbst entwickelten Motiv „F.E.L.S.“ zum Ausdruck kommt – F wie Familien-, E wie Erziehungs-, L wie Lebens- und S wie Stadtteilschule. Weil Kinder ganz unterschiedlicher Konfession und Nationalität zur Schulgemeinschaft gehören, ist das interkulturelle Lernen ein besonderer Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit. Für Kinder muslimischen Glaubens wird z. B. ein eigener islamischer Religionsunterricht angeboten.
Architektur
Steckbrief
| Bildungseinrichtung | Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck |
| Adresse | Laarstraße 41 45889 Gelsenkirchen Deutschland |
| Bildungsform | Gesamtschule |
| Träger / Bauherr | Evangelische Kirche Westfalen |
| Architektur / Gestaltung | plus+ bauplanung GmbH Hübner · Forster · Hübner · Remes Neckartenzlingen |
| Anzahl der Nutzer/innen | 1.100 |
| Alter der Nutzer/innen | Sek I + II (10-20 Jahre) |
| Pädagogenzahl | 81 |
| Pädagogendetails | davon ein Sozialpädagoge |
| Anzahl weiterer Mitarbeiter | 5 |
| Details weiterer Mitarbeiter | Sekretariat, Hausmeister |
| Baufertigstellung | 2004 |
| Bauzeit | 6 Jahre, 11 Monate |
| Bruttorauminhalt | 76.085,00 m³ |
| Details Bruttorauminhalt | davon 18.311 m³ Altbausanierung |
| Gesamtnutzfläche | 16.059,00 m² |
| Details Gesamtnutzfläche | davon 3.359 m² Altbausanierung |
| Herstellungskosten | 18.132.678,00 € |
| Details Herstellungskosten | (238,32 €/m³), davon 802.728 € Altbausanierung (43,84 €/m³) |
| Einrichtungskosten | 4.875.475,00 € |
| Details Einrichtungskosten | (Einrichtung, Erschließung, Außenanlagen, Nebenkosten), davon Altbausanierung 215.835 € |
| Leitung | Harald Lehmann |
| Webseiten |
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Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Architektur
Die Schule ist als kleine Stadt mit unterschiedlichen Nutzungszonen konzipiert: In der Mitte des Schulareals liegt das Hauptgebäude mit den Gemeinschaftseinrichtungen; sein Volumen ist jedoch in verschiedene, einzeln identifizierbare Baukörper aufgelöst, die sich entlang einer inneren „Straße“ aufreihen, sodass die Zonierung des Gebäudes bereits von außen zu erkennen ist. Treffpunkt für die Nutzer des Gebäudes ist der zentrale Marktplatz.
Dieses Hauptgebäude ist flankiert von insgesamt sechs Hausreihen, in denen die individuellen Klassenhäuser zusammengefasst werden. Sie knüpfen an Siedlungstypologien an, wie sie zeitgleich mit dem Schulneubau im Umfeld der Gesamtschule entstanden. Zum Gebäudeensemble der Schule gehört schließlich auch eine Sporthalle und ein Altbau, in dem nach erfolgter Sanierung die Oberstufe untergebracht ist.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Außenbereich
Der Grundidee von Schule als „Stadt im Kleinen“ folgend sind auch die Außenbereiche der Schule in „öffentliche“ und „private“ Flächen gegliedert. Die Klassenhäuser besitzen individuelle Gärten, die von der jeweiligen Klassengemeinschaft genutzt und gestaltet werden. Sie sind untereinander und vom restlichen Außengelände durch Einfriedungen abgegrenzt.
Die übrigen („öffentlichen“) Freiflächen des Schulgeländes sind frei zugänglich und werden im Schulalltag für alle mögliche Formen von Lernen und Nichtlernen, Toben und Entspannen genutzt.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Klassenhäuser
Die Klassenhäuser sind in ihrer räumlichen Organisation dem Prinzip des familiären Reihenhauses nachempfunden und orientieren sich am pädagogischen Anspruch, die Klassengemeinschaften als Lernfamilien zu konzipieren. Jedes Klassenhaus hat eine eigene Diele (mit Garderobe) und einen eigenen Toilettenraum. Die untere Ebene des Klassenraums dient dem Lernen in unterschiedlichen Arrangements (Klassenverband, Lerngruppen), das Galeriegeschoss wird von den Kindern als Rückzugsraum für Einzel- oder Kleingruppenarbeit oder zum Entspannen genutzt. Wie das gewöhnliche Reihenhaus besitzt auch jedes Klassenhaus einen eigenen Garten.
Das Konzept hat zu einem hohen Maß an Identifikation der Kinder mit ihrem jeweiligen Lern- bzw. Lebensort geführt.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Lehrerarbeitsplätze
In jeder der nach Jahrgangsstufen organisierten Hausreihen steht den Lehrerinnen und Lehrern ein dezentrales Lehrerzimmer mit individuellen Arbeitsplätzen zur Verfügung. Hier können sie ihren Unterricht vor- und nachbereiten sowie die Besprechungen der Jahrgangsstufenteams durchführen. Darüber hinaus wurde im Hauptgebäude ein zentraler Kommunikationsort für die gesamte Lehrerschaft („Lehrercafé“) eingerichtet.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Marktplatz
Das Foyer des Hauptgebäudes ist einem städtischen Marktplatz nachempfunden: Bäume, Straßenlaternen, Cafétische, Sitzbänke und Wasserspiel erzeugen eine entsprechende räumliche Atmosphäre. Ein Kiosk versorgt Schülerinnen und Schüler mit Getränken und kleinen Snacks, eine Litfasssäule informiert über die Schule bzw. aktuelle Veranstaltungen.
Über das Foyer sind zudem wesentliche Gemeinschaftseinrichtungen der Schule zugänglich, z. B. Bibliothek, Aula („Theater“) und Mensa („Wirthaus“). Die offenen Treppen und Gänge im Obergeschoss unterstützen den großzügigen, lebendigen Charakter des Forums, in dem tatsächlich das öffentliche Leben dieser Schule erfahrbar wird.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Prozess
Die Grundkonzeption der Schule wurde vom beauftragten Architekturbüro erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler waren darauf hin eingeladen, unter Anleitung der Architektinnen und Architekten ihre jeweiligen Klassenhäuser maßgeblich mit zu entwerfen und sich unmittelbar an der Umsetzung zu beteiligen. Vorgegeben war ihnen die Grundfläche und das Tragwerk der Häuser sowie die Ausbildung eines Galeriegeschosses in den Klassenräumen. Diese intensive Beteiligung am Entwurfs- und Bauprozess – während der sechsjährigen Aufbauphase war jeweils eine gesamter Klassenzug mit 130 Kindern eingebunden – hat zu einer starken Identifikation der Schülerschaft mit ihrem neuen Gebäude geführt.
Evang. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Wirtshaus
Die Mensa wurde im Stil eines Wirtshauses eingerichtet: Die angeschafften Tische, Stühle und Eckbänke sind aus hellem Holz und finden üblicherweise auch in der entsprechenden Gastronomie Verwendung. Halbhohe Wände, Podeste und unterschiedliche Raumhöhen bzw. Deckenaufbauten gliedern den Speisesaal in verschiedene Zonen.



































































