SBW Futura
Im Jahr 1980 gründete der Lehrer Peter Fratton das erste privatwirtschaftlich organisierte „SBW Haus des Lernens“ im schweizerischen Romanshorn. Aufgrund ihres Erfolgs sind in den darauf folgenden Jahrzehnten weitere Einrichtungen hinzugekommen; mittlerweile umfasst die Holding ca. 15 weitere Lerninstitutionen in der Schweiz und dem benachbarten Ausland, welche heute durch Reto Ammann geführt werden.
Das „SBW Haus des Lernens“ in Romanshorn wurde geschaffen, um das Lernen an seinerzeit neuen Erkenntnissen der Lernforschung zu orientieren. Dies war verbunden mit einer neuen Choreografie des Lernens: Es sind Lernlandschaften entstanden, die unterschiedliche Lerngelegenheiten bieten – je nachdem, ob die Schülerinnen und Schüler („Lernpartner“ genannt) alleine arbeiten, sich zu kleinen Gruppen zusammenfinden oder sich zum „Input“ mit Lehrerinnen und Lehrern („Lernbegleiter“ genannt) am großen Tisch versammeln.
Pädagogik
Das "SBW Haus des Lernens" begleitet als privater und international tätiger Bildungsanbieter Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Berufsbildung oder der Matura. Das geschieht in verschiedenen Bildungsstufen („Primaria“, „Secundaria“, „Futura“, „Porta“). An den Internationalen Schulen der Holding kann auch das Baccalauréat erworben werden.
Die Schulen arbeiten nach dem Konzept des autonomen Lernens in einer vorbereiteten, „gestalteten“ Umgebung: Kinder und Jugendliche werden auf ihrem individuellen Weg begleitet, sollen eigenständig wachsen und ein Vertrauen ins Gelingen der selbst gesetzten Ziele entwickeln können. Die Leitmotive des pädagogischen Konzepts lauten daher: „autonome Lernformen“, „gestaltete Umgebung“, „respektvoller Umgang“, „ins Gelingen vertrauen“.
Architektur
Das unmittelbar am Bodensee gelegene ehemalige Zollhaus ist nicht nur Hauptsitz der Holding, sondern ein Lernhaus für zwei verschiedene Bildungsstufen. Das historische Gebäude wurde den Anforderungen des pädagogischen Konzepts entsprechend umgestaltet, ohne jedoch die historischen Spuren, die zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre beitragen, zu beseitigen. So sind beispielsweise die ehemaligen Deklarationsschalter erhalten und lediglich verglast worden. Ausstattung und Gestaltung der Räume wurden von einer ausgebildeten Lehrerin und Innenarchitektin übernommen (Doris Fratton, Ehefrau des Schulgründers).
Der überwiegende Teil der Räume sind Lernorte. Sie werden entweder als „Inputräume“ genutzt, in denen die Lehrenden („Lernbegleiter“) den Schülerinnen und Schülern („Lernpartnern“) Wissen und Faszination vermitteln, oder als Räume für selbständiges Lernen, das entweder individuell oder in Kleingruppen stattfindet. Eine klare Trennung der Funktionen ist nicht gegeben; so können leer stehende Inputräume für freie Arbeit verwendet werden. Die Schülerinnen und Schüler haben keine festen Arbeitsplätze, sondern wechseln in ihren jeweiligen Bereichen. Für künstlerische Arbeiten steht ihnen ein entsprechendes Atelier zur Verfügung.
Über ein Fingerprint-System ist den Lernpartnern der Zugang zum Gebäude auch an Abenden, Wochenende und Ferien möglich.
O-Töne
5 Lernpartner und Lernpartnerinnen wurden zu Ihrer Bildungseinrichtung befragt. Hier die Antworten:
1. An welchem Ort in Deiner/Ihrer Einrichtung hältst Du Dich/halten Sie sich am liebsten auf?
Alle haben als liebsten Ort das Lernatelier gewählt
2. Gibt es einen Ort, an dem Du/Sie gerne noch was verändern möchten? Wenn ja wo und was?
eigentlich nicht
3. Was macht Deine/Ihre Bildungseinrichtung besonders?
Die Räume wirken einladend (Sofas), es ist einfach schön, man fühlt sich wohl, grosse Fenster bringen viel Atmosphäre, persönliche Elemente wie Blumen geben einen persönlichen familiären Touch. Wunderbare Aussicht. Viele Materialien für selbständiges Arbeiten. gute Strukturen. Es gibt keine "abgeschlöschte" LernpartnerInnen. Friedliche Stimmung, kein Gehetze.
4. Haben Sie/Hast Du irgendwo in der Bildungseinrichtung Spuren hinterlassen können oder über die Gestaltung mitentscheiden dürfen?
Weil das Haus erst vor 2 Jahren neu renoviert wurde, gab es nichts zu verändern.