Munkegaard Skole

Architektur

Die 1957 nach Plänen von Arne Jacobsen errichtete Munkegaard Skole gilt als einer Klassiker des modernen Schulbaus und war über Dänemark hinaus beispielgebend für viele weitere Schulen. Sie ist eine der ersten Pavillonschulen, die überwiegend eingeschossig organisiert waren und Gebäude und Freiraum möglichst eng miteinander verzahnten. So besitzen die Klassenräume der Schule jeweils direkte Zugänge zu den ihnen zugeordneten Gartenhöfe, die auch für den Unterricht im Freien genutzt werden konnten. In der Munkegaardschule teilen sich zwei Klassenräume einen Gartenhof; jeder der Klassenräume verfügt über einen Vorraum, der als Garderobe und bei Bedarf auch für Kleingruppenarbeit genutzt wird. Im rückwärtigen, zweigeschossigen Bereich waren ursprünglich vor allem Fachräume untergebracht; das Zentrum der Schule bildete die Aula, die ebenfalls über einen ihr zugeordneten Innenhof verfügt.

Jacobsens Schule galt und gilt als Musterbeispiel für eine demokratische, „unhierarchische“ Schulbautradition; 1995 wurde sie zum Denkmal erklärt. Die nach einem halben Jahrhundert notwendig gewordene Erweiterung des Raumprogramms stellte große Anforderungen, da die Struktur und das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Schule weitestgehend zu erhalten waren. Innerhalb des historischen Gebäudebestands sind Nutzungen zumeist nur neu geordnet bzw. erweitert (z.B. in der Aula) worden; darüber hinaus wurden Verbindungstüren zwischen benachbarten Klassenräumen geschaffen, eine behutsame Öffnung der Sporthalle vorgenommen, die neuen Sanitärräume im Untergeschoss errichtet, Fenster restauriert und ansonsten das historische Farbkonzept rekonstruiert. Für die notwendigen neuen Räume gab es oberirdisch kaum Möglichkeiten, sodass die Erweiterung des Gebäudes „nach unten“ stattgefunden hat. Unterhalb des Pausenhofs wurden neue Fachräume und ein großer Gemeinschaftsbereich geschaffen, die durch vier große Lichthöfe natürlich belichtet werden. Die hallen-artige Gemeinschaftszone dient den Schülern als Arbeits- und Aufenthaltsbereich; die Treppen werden als kleine Tribünen genutzt. Mit diesen vier verglasten Lichthöfen, einer Raumhöhe von nahezu vier Metern und durchgängig weißer Oberflächengestaltung ist es gelungen, im Untergeschoss ein lichtdurchflutetes Raumkontinuum zu schaffen, das die ohnehin schon bemerkenswerten Schule um einen weiteren faszinierenden Ort ergänzt.