Kindergarten Schukowitzgasse

Architektur

Aufgrund des heterogenen städtebaulichen Umfelds entschieden sich die Architekten für einen kompakten Baukörper, der als räumlich offenes System konzipiert ist und dessen Nebenräume, Balkone und Außentreppen in einer Filterschicht um das Gebäude angeordnet sind. Das Gebäude ist aufgrund eines hohen zeitlichen Drucks in Fertigbauweise erstellt worden (Bauzeit: 6 Monate). Die außen liegenden Boxen, die sich zu den Gruppenräumen nach innen orientieren, sind mit einer Holzschalung verkleidet. Die übrigen Fassadenflächen bestehen zumeist aus bodentiefen Verglasungen, die die Gruppenräume trotz der an der Fassade angeordneten „dienenden“ Räume mit ausreichend Tageslicht versorgen.

Die Anordnung der Nebenräume an der Außenwand des Gebäudes ermöglicht im Inneren eine vergleichsweise freie Grundrissdisposition, sodass der Innenraum flexibel durch mobile Regale, Umkleideschränke und verschiebbare Tafeln in verschiedene Spiel- und Lernbereiche zu differenzieren oder wahlweise als Ganzes zu nutzen ist. Durch dezentrale Anordnung der Nebenräume hat jeder Gruppenbereich einen eigenen Wasch- und Toilettenraum, eine Abstellbox und eine Spiel- und Rückzugsnische.

Die vorrangig weißen Wände und die Verwendung von unterschiedlichen Grautönen bringen die naturbelassenen Oberflächen der Betonstützen, des Parkettfußbodens und der hölzernen akustisch wirksamen Deckenpaneele zur Geltung. Das Verhältnis der unterschiedlichen Materialien Glas, Holz, Beton und Putz erscheint ausgewogen und ermöglicht gleichzeitig noch genügend Gestaltungsfreiheiten für Erzieher und Kinder, sich den Raum anzueignen und entsprechend auszugestalten. Die von den Architekten eigens entworfenen Möbel erzeugen eine wohnliche Atmosphäre in den Gruppenbereichen, in denen sich die Kinder augenscheinlich gut beheimatet fühlen.

Orientierung

Der Kindergarten ist im Grundriss klar strukturiert, seine Konstruktion klar ablesbar und durch seine Dimensionen und geschaffenen Blickbeziehungen innerhalb des Hauses für die Kinder erfassbar und leicht zu überblicken. Die Treppe im Zentrum des Gebäudes erleichtert die Orientierung und ist wichtiger Bestandteil des Gesamtraums; durch den offenen Grundriss im Obergeschoss und die damit einhergehende natürliche Belichtung sowie dem über dem oberen Antritt angeordneten Oberlicht ist der Raum am oberen Austritt heller als bei dem Antritt der Treppe im Erdgeschoss.