Fagerlund Skole

Die Fagerlund Skole wurde im Jahr 2005 fertig gestellt und ersetzt drei kleinere, bislang selbständige Primarschulen in der ländlichen Großgemeinde Ringsaker am Mjösa-See. Der Schulstandort liegt zentrumsnah im größten Ort der Gemeinde (Brummundal) und ist überwiegend von locker bebauten Wohngebieten umgeben. Zum Schulareal gehört eine große Dreifachsporthalle, die nicht nur von der Schule, sondern auch den lokalen Sportvereinen genutzt wird.

Fotograf: Christian Holl

Fotograf: Christian Holl

Pädagogik

Norwegische Primarschulen umfassen die Jahrgangsstufen 1-7, unterscheiden sich daher im pädagogischen Gesamtprofil deutlich von deutschen Grundschulen mit ihrer überwiegend vierjährigen Schulzeit. Das pädagogische Konzept orientiert sich am nationalen norwegischen Curriculum, das jedoch an die lokalen Bedingungen angepasst ist. Die Gemeinde Ringsaker hat beispielsweise für ihre jüngeren Schüler ein ausführliches Programm für die Förderung der Lese- und Schriftkultur („systematical literacy education“) erarbeitet.

Mit fast 600 Schülern gehört die dreizügige Schule zu den größeren Primarschulen; die Schule versteht sich als ein kleines Bildungszentrum für ihre ländlich geprägte Umgebung. Die innere Organisation folgt dem auch aus anderen norwegischen Schulen bekannten „base-Prinzip“, das die herkömmliche Struktur von Klassen und ihren Klassenräumen ersetzt. Aufgrund des pädagogischen Schwerpunkt besitzt die Schulbibliothek eine besondere Rolle: der große Bestand an Büchern ist systematisch für die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder aufbereitet.

Architektur

Der Neubau besteht aus drei Gebäuderiegeln, die im Obergeschoss über Laubengänge erschlossen sind und an ihren Stirnseiten über offene Treppenhäuser (aus Sichtbeton) verfügen. Die Anordnung lässt zwischen den Riegeln zwei trapezförmige, nach Süden öffnende Höfe entstehen; die breiten Laubengänge im OG und die überdachten Vorzonen und Durchgänge im EG sind zu diesen Höfen orientiert. Die drei Gebäuderiegel sind durch überdachte Gänge miteinander verbunden: im vorderen Bereich im EG, im hinteren Bereich, bedingt durch den Geländeanstieg, auf dem Niveau des Obergeschosses.

An den nach Süden orientierten Stirnseiten der Riegel sind im EG zumeist gemeinschaftlich zu nutzende, „halböffentliche“ Bereiche untergebracht (Mensa / Cafeteria; Aufenthaltsbereich für Lehrer und andere Mitarbeiter; Schulbibliothek). Im EG befinden sich zudem die gut ausgestatteten Fachräume, die durch ebenfalls großzügig bemessene Lagerräume ergänzt werden. Bemerkenswert sind einige Details in den Fachräumen, zum Beispiel mittige Hängeschränke im Hauswirtschaftsbereich, kleine, mobile Arbeitsflächen wie Bartische mit Hockern.

Im OG sind überwiegend die allgemeinen Unterrichtsräume untergebracht. Jede „base“ mit ihrem differenzierten Raumangebot besitzt über die Laubengänge einen eigenen Zugang.

Das Gebäude als Ganzes verfügt nicht nur über eine klare räumliche Organisation, sondern lässt an vielen Stellen auch das Ziel einer durchgängig qualitätvollen Innenraumgestaltung erkennen. Die damit verbundene Achtsamkeit für die eigene Lern- und Arbeitsumgebung zeigt sich in der Farb- und Materialkonzeption, aber auch in einigen, im Vergleich zu deutschen Schulen überraschenden Details (brennende Kerzen im Eingangsbereich).