Ener Ungdomsskole
Die Ener Ungdomsskole liegt in einem Vorort der norwegischen Kleinstadt Hamar (ca. 30.000 Einwohner/innen) und ist eine von mehreren Lower Secondary Schools („Ungsdomsskolen“) im Stadtgebiet. Der Schulstandort am Nordrand des Siedlungsbereiches umfasst neben der Ener Ungsdomsskole auch eine kleine Montessorischule mit Stadtteilbibliothek.
Das aus den 1960er Jahren stammende Gebäude ist 2005 umgebaut und erheblich erweitert worden. Die Schule besitzt nun ein neues pädagogisches Profil, das ähnlich wie in anderen Schulen in Hamar auch in eine neue Lern- und Unterrichtskultur mündet.
Pädagogik
Im Rahmen seines kommunalen Bildungskonzepts hat sich die Stadt Hamar entschieden, mehrere kleinere anstatt einer größeren Schule für alle Schüler/innen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 zu betreiben. Dieses dezentrale Modell unterstützt den Stadtteilbezug, schafft kurze Wege und ermöglicht es, den Schulen eigene Schwerpunktsetzungen zu bilden.
Die Schule hat mit ihren drei Jahrgangsstufen zurzeit insgesamt ca. 340 Schüler. Wichtigstes Prinzip sind jedoch nicht Jahrgangsstufen: Jede Stufe („level“) ist unterteilt in zwei feste „bases“ mit jeweils ca. 60 Schülern und drei fest zugeordneten Lehrern. Jede „base“ ist wiederum in drei Teams á 20 Schüler gegliedert, die von einem der drei Lehrer verantwortlich geleitet wird. In ihrem pädagogischen Profil setzt die Schule einen Schwerpunkt auf Sprachen, Kommunikation und soziale Kompetenz.
Architektur
Das Schulgebäude bestand ursprünglich aus eingeschossigen Pavillons, die über einen kammartigen Gebäudeteil miteinander verbunden waren; in einem Rundbau waren vornehmlich Fach- bzw. Werkräume untergebracht. Im Jahr 2000 begannen die Planungen zum Umbau und der Erweiterung des Gebäudes, die neben dem erheblichen Erweiterungsbedarf auch veränderte Anforderungen an moderne Schulgebäude berücksichtigen sollten. „Funktionalität“, „Flexibilität“ und „vielfältige Nutzbarkeit“ wurden als grundlegende Parameter für das neue Schulgebäude formuliert.
Parallel zum vorhandenen Gebäude wurde ein zweigeschossiger Neubau errichtet, in dem die neuen Unterrichtsräume untergebracht sind. Sie sind entsprechend des „base-Prinzips“ als sechs identische Einheiten (drei pro Geschoss) konzipiert und über einen verbindenden Flurbereich erschlossen. Jede „base“ umfasst ca. 180 qm; der U-förmig angelegte Raum lässt das Arbeiten in verschiedenen Gruppen zu. Diese Lernzone umschließt – nicht ganz unproblematisch – einen innen liegenden Instruktions- und Präsentationsraum; darüber hinaus verfügt jede Einheit über einen Kleingruppenraum.
Die ursprünglichen Klassenraumbereiche in den eingeschossigen Pavillons des Bestandsgebäudes wurden in Lehrer-, Verwaltungs- und Werkräume sowie ein Auditorium umgebaut. Mit dem neuen Gebäudetrakt ist der bisherige Bestand über ein zurückgesetztes, großzügig dimensioniertes Foyer verbunden worden. Der Neubau nimmt die Architektursprache des Bestands, das Fassadenmaterial aus dunklem Holz in zeitgemäßer Form auf, so dass Neubau und Bestand wie selbstverständlich zu einer gestalterischen Einheit finden.
Das zurückgesetzte Foyer verschafft der Schule ein attraktives Entrée. Der offene Freibereich vor dem Gebäude ist übersichtlich gegliedert und für verschiedene Aktivitäten geeignet. Markante Sitzmuscheln bieten beliebte Rückzugsnischen auf dem Schulhof.